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Johannes Rinderer im Portrait

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11 Dez Johannes Rinderer im Portrait

Götzis. (Bandi Köck, VOL/VN) Seine Talente für Organisation, Sprache und grafische Gestaltung konnte Johannes Rinderer bereits in jungen Jahren als Herausgeber der Jugendzeitung “Watch” trainieren. Heute koordiniert der Allrounder für SUPRO Medienprojekte, bietet über seine eigene Firma Medientrainings an und ist ehrenamtlich beim ALPINALE Kurzfilmfestival tätig.

Eigene Zeitung gegründet

Im Jahr 1994 wurde die Jugendzeitung „Watch“ durch die Stadt Hohenems gegründet, welche über die Jugendarbeit informieren sollte. „Die Redaktion schrieb ‚brave’ Texte über Konzepte und Aktionen der Stadt. Ein Werbegrafiker gestaltete eine Jugendzeitung, die keine war“ erzählt Johannes Rinderer. Da sich die Redaktion bald auflöste, nutzte er zusammen mit einem 15-köpfigen neuen Team diese Gelegenheit, um eigene Vorstellungen umzusetzen und Erfahrung in der Zeitungsproduktion zu sammeln. „Wir expandierten und sprachen junge Leser in der gesamten Kummenbergregion an“ so der Sohn der sog. „Friedenstaube“. Johannes’ Mutter Traudy schrieb nach seiner Geburt jeden Tag einen Brief an Bruno Kreisky und setzte sich mit einer Buchveröffentlichung vehement gegen das AKW Zwentendorf ein. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Als „Sprachrohr der Jugend“ veröffentlichte Johannes gewagte Texte zu Themen, die uns ein Anliegen waren. „Heute würden wir es Lobbying nennen“ sagt er ganz salopp. So wurde nach einer erfolgreichen Unterschriftenaktion ein Skater-Funkpark in Hohenems realisiert. In einem Bericht über Skinheads in der Jugendszene wurde in einem Satz auf die Sympathien Einzelner in Richtung Jörg Haider eingegangen. „Der damalige Bürgermeister war der Meinung, dass ‚derartige Sachen nicht in eine Jugendzeitschrift gehören’. Herbert Amanns Zensur erinnerte uns daran, dass die Stadt immer noch Medieninhaber ‚unserer’ Zeitung war“ so der schreibende Revoluzzer. Kurzerhand wurde ein Verein gegründet. „Wir hatten mehr Arbeit, aber wir waren stolz darauf.“ “Watch” wurde sogar mit dem “Österreichischen Staatspreis” ausgezeichnet.

Multimediale Arbeit

Nach fünf erfolgreichen Jahren wurde das Projekt „Watch“ beendet. Seine damaligen Mitschreibenden arbeiten heute unter anderem beim ORF. Er arbeitete bereits neben der Schule für die VN-Jugendredaktion. Nach der Matura am BORG Götzis und dem HAK-Kolleg in Bregenz übernahm er für ein Jahr die redaktionelle Leitung der “Heimat Dornbirn”. „Es war ein spannendes und intensives Jahr. Mein Kindheitstraum als Journalist ging erst einmal in Erfüllung.“ Über die Teilnahme an einem von der SUPRO organisierten „expression“-Kreativcamps lernte er durch seinen Zivildienst auch seine zukünftige Berufung kennen. Er merkte, dass er nicht nur Texte schreiben, sondern auch für eine gute Sache Medien gestalten, Webseiten programmieren, Fotografieren und Filmen lernen wollte. Im Herbst 1999 begann Rinderer deshalb sein Studium „InterMedia“ an der Fachhochschule Vorarlberg. Während seines Studiums als Medien- und Kommunikationsgestalter unterstützte der Kreativschaffende weiterhin die SUPRO und gründete im Zuge dessen seine eigene Firma „mediartist”. „So verinnerlichte ich sehr früh unternehmerisches Denken und lernte eigenverantwortliches Handeln. Mein kreativer Kopf mit vielen Ideen, mein Organisationstalent und mein scharfer Blick für harmonisches Design zählen zu meinen weiteren Stärken.“

Reflektieren und handeln

Vor über zehn Jahren erhielt Johannes Rinderer den Auftrag, ein grenzüberschreitendes EU-Medienprojekt zu leiten. Mit “REFLECT AND ACT!” koordinierte und setzte er Foto-, Video und Storytelling-Workshops für Pädagagogen, Jugendarbeiter und medienbegeisterte Jugendliche in der Bodenseeregion um. Im Zuge dessen entstand auch ein Abenteuer-Mediencamp in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule. Der Teilnehmer von damals leitet heuer bereits zum achten Mal ein Mediencamp, diesmal sogar mit einer Gruppe aus Irland. Jugendliche setzen sich mit Themen der Suchtprävention kreativ und multimedial auseinander und erwerben gleichzeitig eine Reihe von Lebens- und Medienkompetenzen. Seit 2009 ist der Medienprofi hauptberuflich für die Umsetzung der Mediengestaltung der Suchtpräventionsstelle verantwortlich und als Referent in der Erwachsenenbildung tätig.

Kurzfilm-Süchtig

„Ich sehe in den Neuen Medien in erster Linie eine Chance und viele positive Aspekte“ so der Medien-Guru. Genauso wichtig sei jedoch, medienfreie Alternativen zu nützen. „Als überzeugter Nichtraucher würde ich mir wünschen, dass die Nichtraucherregelung in den Betrieben lieber heute als übermorgen (Mai 2018) kommen würde.“ Seine einzige „Sucht“ sind Kurzfilme, die er vor acht Jahren entdeckt hat. Pro Jahr sieht er sich über 200 Kurzfilme zwischen einer und 30 Minuten an, um gemeinsam mit anderen Mitgliedern des ALPINALE Kurzfilmfestivals eine fabelhafte Auswahl treffen zu können. „An gute Filme kann ich mich noch Jahre später erinnern. Es gibt nicht den perfekten Film für mich, sondern es ist die Vielfalt, die mich an diesem Medium fasziniert“ so der Medienexperte. Als Beirat und Medienbeauftragter hilft er tatkräftig die Festivalorganisation, für die neben Manuela Mylonas auch seine Schwester Rebekka Verantwortung trägt. „Gemeinsam wählen wir aus über 700 Einsendungen aus über 50 Ländern jene 30 Filme aus, die es ins Festivalprogramm schaffen“, so der Filmfan. Die Filme für die 30. ALPINALE vom 11. bs 15. August in Nenzing stehen bereits fest und sind sehr vielversprechend. Auf die Frage, warum er sich so sehr für diese Sache engagiert meint er: „Mir macht es Spaß, größere Veranstaltungen zu organisieren und ich kann über ein spannendes Medium wie Film kurze und berührende Geschichten mit langer Wirkung nach Vorarlberg bringen.“ Natürlich motiviere ihn jedes Jahr auch der Kontakt zu internationalen Filmemachern und Jury, das positive Feedback des Publikums sowie der Einsatz der vielen Helfer.